Institutionen

Filmakademie Baden-Württemberg

Seit ihrer Gründung 1991 gehört die Filmakademie Baden-Württemberg zu den renommiertesten Ausbildungsstätten für Film und Medien in Deutschland und genießt auch international einen exzellenten Ruf. Betreut und unterrichtet werden die Studierenden von über 300 Film- und Medienprofis. Vom ersten Semester an erarbeiten die Studierenden der Studiengänge und -Schwerpunkte Drehbuch, Regie, Bildgestaltung/Kamera, Montage/Schnitt, Animation, Interaktive Medien, Produktion, Szenenbild sowie Filmmusik + Sounddesign ihre Filme gemeinsam. An der Filmakademie entstehen so jährlich über 250 Filme aller Genres und Formate, die auf nationalen und internationalen Filmfestivals regelmäßig Spitzenplätze einnehmen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die internationale Ausrichtung der Filmakademie. Bekannte Dozenten aus dem Ausland unterrichten regelmäßig in Ludwigsburg, und Austauschprogramme mit renommierten Partnerhochschulen in den USA, Kanada, Polen und Frankreich ermöglichen den Studierenden Einblicke in fremde Filmwelten. An die Filmakademie angegliedert ist zudem das Atelier Ludwigsburg-Paris, ein einjähriges Weiterbildungsprogramm für Stoffentwicklung, Finanzierung, Produktion, Vertrieb und Marketing für den europäischen Filmmarkt. Darüber hinaus verfügt die Filmakademie über ein eigenes 2002 gegründetes Institut für Animation, Visual Effects und Digitale Postproduktion. Es ist zuständig für den Studiengang Animation, bietet digitale Postproduktion für alle Abteilungen der Filmakademie, führt Forschungsprojekte durch und organisiert jährlich die von der Filmakademie veranstaltete FMX – Internationale Konferenz für Animation, Effekte, Games und digitale Medien.

La Fémis

Die französische Filmhochschule La Fémis wurde 1986 als Nachfolgerin der IDHEC gegründet. Ihr Unterrichtsmodell ist sehr berufsbezogen; die Dozenten sind keine Berufspädagogen, sondern im Beruf stehende Akteure der Filmbranche. Die Fémis nimmt jedes Jahr rund fünfzig Schüler auf, wobei auf jeden Studienplatz ca. 20 Bewerbungen kommen. In der Erstausbildung bietet die Fémis drei Studiengänge an. Der klassische Hauptstudiengang dauert 4 Jahre und bildet die Studenten für sieben Bereiche der Filmbranche aus: Drehbuch, Produktion, Regie, Bild, Ton, Schnitt, Szenenbild. Jeder Fachbereich nimmt sechs Studierende auf, der Bereich Szenenbild nur zwei. Der dreijährige Sonderstudiengang „Drehbuch“ (Scripte) bildet vier, der 2003 eingerichtete 18-monatige Studiengang „Verleih und Auswertung“ (Distribution/exploitation) acht Teilnehmer aus. Die geringe Anzahl von Studenten entspricht dem Bestreben, sich dem Arbeitsmarkt des Filmsektors anzupassen, der über eine eher geringe Aufnahmekapazität für die spezifischen Ausbildungsprofile der Fémis verfügt. Dies wird als Chance für die Absolventen verstanden, denen fast allen ein übergangsloser Berufseinstieg gelingt. In jedem Jahrgang nehmen fünf bis zehn ausländische Studenten an der französischen Ausbildung teil.

Den Unterricht gewährleisten über 500 Profis aus dem Filmsektor, von denen im Schnitt jedes Jahr ein Drittel erneuert wird. Aufgabe dieser Dozenten ist es u. a., eine direkte Verbindung zwischen der Filmhochschule und der Branche herzustellen. Die Fémis verfügt über umfassende Poduktionsmittel (Drehausrüstung, Schnitträume, Studios, Auditorien usw.), die in jedem Jahr die Herstellung von rund Hundert Kurzfilmen ermöglichen. Im Durchschnitt sind rund dreißig davon so gut, dass sie auch außerhalb der Filmschule vorgeführt und regelmäßig auf rund vierzig französischen und dreißig internationalen Filmfestivals gezeigt – und häufig auch ausgezeichnet – werden. Seit 2004 erweitert die Fémis gezielt ihr internationales Netzwerk für die Kooperation und den Austausch mit Filmhochschulen im Ausland. Die französische Filmhochschule pflegt Partnerschaften und Austauschabkommen für jeden Fachbereich mit anderen Filmakademien in New York (Columbia University), London, Buenos Aires, Los Angeles (CalArts – California Institute of the Arts) und Tokio sowie mit einer Schweizer Filmhochschule (Lausanne) und einer der besten deutschen Filmakademien (Ludwigsburg).

Fémis-Absolventen findet man in allen Berufsbildern des Filmsektors. Viele von ihnen sind in ihrem Bereich federführend. So tauchen die Namen ehemaliger Fémis-Studenten in den Abspännen sämtlicher französischer Filme auf, die in diesem Jahr auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes gezeigt wurden, wie auch die der meisten für einen César nominierten Filme. 2010 präsentierten in Cannes zwei junge Fémis-Abgänger einen Spielfilm in der „Semaine de la critique“ zur Entdeckung junger Regietalente; einer schaffte es mit seinem Film in die „Quinzaine des réalisateurs“ und ein anderer in den offiziellen Wettbewerb der „Cinéfondation“. Neben der Grundausbildung für Berufsfelder des Filmsektors bietet die französische Filmhochschule auch Weiterbildungen an, insbesondere im Bereich der Drehbuchentwicklung und Regieführung bei Dokumentationen. Ein originelles europäisch ausgerichtetes Weiterbildungsprojekt, das ein volles Studienjahr in Anspruch nimmt, ist das „Atelier Ludwigsburg-Paris”. Es vereint 18 Teilnehmer aus allen Ländern Europas, die jeweils zu zwei Monaten Blockunterricht an die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg und an die Fémis in Paris kommen.